Enterale Ernährung: Definition, Indikation & Ziele

 

 

Die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit ist ein grundlegendes Bedürfnis gesunder Menschen. Doch im Krankheitsfall oder im voranschreitenden Alter kann das Verlangen nach adäquater Ernährung stark eingeschränkt werden. Wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist, muss eine Umstellung auf alternative Ernährungsformen erfolgen.

 

 

Was ist enterale Ernährung?

 

Diese Form der Nahrungszufuhr ist eine Art der „künstlichen Ernährung“. Speziell gefertigte Nahrung wird für bestimmte therapeutische Ziele zusammengesetzt und in flüssiger Form über besondere Zugangswege verabreicht.

 

Enterale Ernährung wird meist im engeren Sinn als „Sondennahrung“ verstanden. Hier erfolgt die Nahrungszufuhr über den Magen-Darm-Trakt, ohne dass der Mund-Rachen-Raum genutzt wird. Die Ernährungssonden können für einen kürzeren Zeitraum transnasal (über die Nasengänge) verlaufen oder – im Falle einer längerfristigen Lösung – endoskopisch durch die Bauchdecke in den Magen oder den Dünndarm gelegt werden. Die Flüssignahrung wird mittels Schwerkraft oder Ernährungspumpe in den Magen-Darm-Trakt befördert und dort anschließend durchmischt und in einzelne Nahrungsbausteine zerlegt. Der Körper erhält so alle lebenswichtigen Nährstoffe und das Sättigungsgefühl tritt wie bei einer normalen Mahlzeit ein.

 

Transnasale Ernährung durch die Nasengänge

 

 

Gastrale Ernährung durch die Bauchdecke

 

 

Indikation für Sondenernährung

 

Ob eine Person für eine enterale Ernährungsform infrage kommt, muss klinisch untersucht werden. Besonders bei älteren Menschen können Veränderungen des Ernährungszustands schnell zu Gesundheitsproblemen führen. Für den Erfolg von ernährungstherapeutischen Maßnahmen ist es wichtig, Risiken und potentielle Unterernährung frühzeitig zu erkennen. Bei der Einschätzung des betreffenden Zustandes gibt es derzeit jedoch noch kein Standardschema. Allerdings gibt es gewisse Faktoren, die auf Unterernährung hinweisen:

 

o BMI-Werte unter 20 kg/m2

o unbeabsichtigter Gewichtsverlust

o Albuminwerte unter 35 g/l

 

Bevor man bei pflegebedürftigen Personen auf Sondennahrung zurückgreift, werden unterschiedliche Maßnahmen wie Trinknahrung und strenge Ess- und Trinkpläne eingesetzt. Wenn diese jedoch nicht angewandt werden können bzw. keinen Erfolg zeigen und nicht ausreichend Nährstoffe und Energie aufgenommen werden – oder eine der folgenden Indikatoren zutrifft – muss auf künstliche Ernährung umgestellt werden.

 

o durch eine Krankheit kann/darf Nahrung nicht mehr auf „normalem“ Weg aufgenommen werden
o durch eine mechanische Behinderungen der Nahrungspassage

 

Auch, wenn zumindest einer dieser Indikatoren zutrifft, gibt es zwar noch ethische und rechtliche Faktoren, die bei der Entscheidungsfindung eine tragende Rolle spielen, doch bei folgenden medizinischen Kontraindikatoren muss ausnahmslos auf eine Sondenernährung verzichtet werden:

 

o akutes Abdomen
o bis zu 12 Stunden nach einer OP
o mechanischer Ileus
o Peritonitis
o Wandveränderungen des Ösophagus (Divertikel, Stenosen, Varizen, etc.)
o Pylorusstenose
o GI Blutungen
o im Schock/bei Hypoxie
o bei akuter Stoffwechsel-Entgleisung

 

 

Ziele der enteralen Ernährung

 

Diese Art der Nahrungszufuhr gewährleistet die Aufnahme von Nährstoffen und Energie für Patienten, die sich kurz- oder langfristig nicht mehr über den Mund-Rachen-Raum ernähren können. Der Allgemeinzustand kann dadurch verbessert bzw. erhalten bleiben und eine Erkrankung, deren Symptomatik und Verlauf positiv beeinflusst werden. Zusätzlich kann die Ernährungstherapie die Lebensqualität verbessern und Leiden lindern.

 

Die enterale Ernährung mittels Sonde kann nicht nur im Pflegeheim oder einer Klinik erfolgen, sondern auch zu Hause. Die Versorgung wird in diesem Fall entweder durch eine Pflegekraft, durch –  von professionelle Pflegeexperten eingewiesenen – Angehörigen oder von den Patienten selbst durchgeführt werden.

 

Als Bindeglied zwischen Pflegedienst, Hausarzt und/oder Klinik unterstützen wir Sie und Ihre Familie gerne bei der Umsetzung notwendiger Maßnahmen.

 

Ein kurzer Rückblick... mehr

 

Individuelle Beratung und Betreuung durch spezialisierte Fachkräfte!

Unsere Leistungen:

Versorgungsbereiche:

Rufen Sie uns an
kostenlose Hotline
Tel. 0800 / 2 111 999


Wir sind immer in Ihrer Nähe
und gehen innerhalb kürzester Zeit
auf Ihre Bedürfnisse ein.

Für Notfälle stehen wir Ihnen
24 Stunden zur Verfügung.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Klemen Homecare GmbH